
Lustig, dass erst im zweiten Suchergebnis das Wort Antisemitismus fällt. Das hätte ich nicht erwartet.
Dass es Menschen gibt, die verschiedene Ansichten über den bevorstehen G8 haben. – Das ist klar. Meine Position dazu ist auch klar. Doch nun habe ich erst recht etwas gegen den G8.
In einer Diskussion über den G8 und die „linke Szene“ (Ich hasse diese ewige Einstufung in verschiedene Stereotypen!) stellte sich heraus, dass ein sehr guter Freund von mir Mitglied in der FDP ist. So. Ich dachte, er wäre ein guter Freund, doch das hat er mir nie erzählt (War auch gut so). Nach dem ich lange Zeit schwieg, um diesen Schock zu verdauen, habe ich desweiteren erfahren, dass er zwei Jahre lang Vorsitzender der Jungen Liberalen war. Noch ein Schock. Mit 18 Jahren schon so ein verkorkster Spießer?!? Darf ich in ihm nun den nächsten Guido sehen, der jede Veranstaltung für eine Pharse hält?
Ist seine Statusnachricht im Windoof Live Messenger: „100% pro G8, 100% Anti-Kommunistisch“ schon ein Anzeichen dafür?
Wenn dann Links oder Rechts. Mitte ist doch kacke.
DANKE G8!
In diesen Augenblicken bin ich dabei meinen Koffer für die morgige Klassenfahrt zu packen. Ein Klassenfahrt ins NOWHERE. Eine Klassefahrt ins NONOWHERE. Eine Klassenfahrt ins FAHRWOANDERSHIN.
Und warum bin ich dabei? Weil ich zur Schule gehe und weil ich von ihr gezwungen werde mitzufahren, wenn ich keine gute Entschuldigung habe. Und seit wann kostet eine Fahrt in einen Ort, wo es nichts… rein gar nicht gibt außer dem Fluß-Lehr-Pfad 150 Euro? Ich soll für meine Langeweile auch noch zahlen? Frechheit! Aber so läuft es in der Schule.
In der ganzen Schullaufbahn macht man Sachen, auf die man keine Lust hat. Wieso eigentlich? Die Wahrscheinichkeit einen guten Job zu kriegen, einen den man wirklich wollte und mit dem man zufrieden ist, ist im Moment so groß, wie einen schönen Gewinn mit den Rubbellosen zu machen. Lohnt es sich da noch zur Schule zu gehen? Naja… Den ganzen Tag auf der faulen Haut zu liegen, ist auch nicht besser. Und trotzdem hat die Institution Schule es geschafft, sich dermaßen schlecht zu verkaufen, dass kaum Leute gibt, die wirklich gerne hingehen. Andauernd muss man da sitzen und Dinge lernen… aber wirklich etwas erleben? Das tun wir nicht. Alles was wir machen, ist, aus Büchern zu lernen und dann abgefragt zu werden. Und schwuppdiwupp ein paar Wochen oder Monate später ist mein zwanghaft erlentes Wissen verschwunden. Toll nech? Es gibt kaum noch schöne Ausflüge in Museen oder Austellungen, wo man das Wissen auch mal wirklich greifbar ist. Man macht eigentlich gar nichts mit uns. Zumindest nicht das, was wir wirklich wollen und brauchen. Aber um uns zu vertrösten, werden wir mit unseren super Lehrern für eine Woche auf Klassenfahrt geschickt. An einen stinklangweiligen Ort. Super. Aber nein Danke! Sowas brauch ich echt nicht. Das ist auch noch gezwungen werde, für diesen ganzen Quatsch Geld auszugeben! Tse! Nicht mit mir. Oh Mann…. ich habs ja schon bezahlt…
Oh mein Gott, wie bin ich froh, wenn ich aus dieser Zwangsanstalt draußen bin und endlich das machen kann, was ich wirklich will, wenn ich mein Leben wirklich selbst anpacken kann und wenn ich versuchen kann, etwas zu verändern. Alles was mir übrig bleibt – bis jetzt – ist Rebellion. Rebellion gegen die Schule und dieses System, dass uns das Leben eigentlich schon kaputt macht, bevor wir es wirklich angefangen haben. Ich hab es satt von der Schule für das System geformt zu werden, damit ich später auch jaaa nicht aufsehe und NEIN zum lieben Staat sage. Meine Gedanken werden mir fertig vorverpackt in Büchern serviert. Damit ich auch ja keine eigenen Gedanken entwickle. Damit ich ja nicht gegen den Strom fließe!
Mit Verlaub lieber Staat, dafür kannst du mich mal!
Was durfte ich in der FAZ lesen?
„Die Zahl der Akademikerinnen, die kinderlos bleiben, ist deutlich geringer, als bislang angenommen wurde. (…) Abermals zeigt sich – auch nach den neuen Ergebnissen – daß etwa 25 Prozent der Akademikerinnen kinderlos bleiben.“
Ja, sach einmal! Bin ich auf die Welt gekommen, um später als Gebährmaschine für den Staat zu arbeiten? Andauernd wird von kinderlosigkeit in unserer (deutschen) Gesellschaft gesprochen. Und immer heißt es, die Frauen kriegen keine Kinder, sondern wollen lieber Kariere machen.
Entschuldigung! Kariere bedeutet Geld. Und davon braucht man heutzutage einiges, um ein „normales“ Leben führen zu können.
Immer wird alle Schuld auf uns Frauen abgeschoben. Aber warum sollen wir Kinder kriegen? Haben wir mit dem Staat ein Abkommen geschlossen, Kinder zu kriegen? Ich bin 16 Jahre alt und ich muss mir jetzt schon die ganze Zeit anhören, dass ich viel arbeiten muss, um schön in die Staatskassen zu zahlen und am Ende nichts oder so gut wie gar nichts wiederzubekommen und dass ich viele Kinder machen soll, damit diese sich auch den Arsch abrackern können, um ebenfalls nichts wiederzubekommen.
Angenommen ich habe zwei Kinder, konnte aber wegen der magelnden Kinderbetreuung in Deutschland nicht Arbeiten. Ich habe, dann keine andere Wahl als auf Staatskosten zu leben, denn ICH MUSS DOCH KINDER HABEN. Woooow… der Staat profitiert ja so sehr davon, dass ich zwei Kinder habe, aber nur aus den Kassen lebe.
Meinen Kinden werde ich wegen des mangelnden Geldes auch keine gute Ausbildung ermöglichen, dank der sooooo gleichen Bildungschancen für alle. Sie müssen auf einen Ausbildungsplatz hoffen, von denen es ja auch so viele gibt. Und dann sollen sie sich einen Job besorgen, und gegen fünf Millionen Arbeitslose sich behaupten. Letztendlich werden meine beiden Kinder genauso wie ich arbeitslos. Ergo, ich hab auf Grund meiner Pflicht dem Staat und der Gesellschaft gegenüber zwei Kinder gezeugt und damit zwei weitere zukünftige Arbeitslose in die Welt gesetzt.
Ist es das, was du willst lieber Staat?
Beschwert euch wegen einer kinderlosen Gesellschaft nicht bei uns Frauen, sondern beim Staat, der uns Frauen nicht die Möglichkeiten schafft, Kinder zu haben und nicht an der Armmutsgrenze leben zu müssen!




